Hallo, mein Name ist Matchup.
Zusammen mit ein paar Freunden schwirre ich derzeit in der Gegend umher in der Hoffnung, dass uns ein paar schlaue Menschen einfangen.

Wo wir herkommen? Wir sind wie kleine Falter, die in ihrem Kokon eingehüllt auf ihre Entpuppung warten. In der Tiefe einer Ideenfabrik sind wir herangereift und brauchen nun jemanden, der uns entdeckt und uns großzieht. Man muss uns besonders viel Aufmerksamkeit schenken, damit wir zu etwas wunderbarem heranwachsen können.

Wie wir aussehen? Sehen kann man uns momentan noch nicht. Erst wenn uns jemand aufgenommen hat, gewinnen wir langsam an Gestalt. Ich und meine Freunde schwirrten die letzten Wochen wild umher um jemanden zu finden, der uns in den nächsten Monaten versorgt und in dessen Kopf wir heranreifen können. Alle meine Freunde haben bereits jemanden gefunden. Nur ich bin noch ganz einsam und auf der Suche nach einem geeigneten kreativen Kopf.

Was ich sein werde wenn ich groß bin? Ich werde ein Onlineportal sein, auf dem Menschen die mit Büchern arbeiten wollen nach geeigneten Arbeitsplätzen suchen können. Und Menschen, die solche Arbeitsplätze zu bieten haben, können diese dort anbieten. Es soll die Menschen zusammenführen und ihnen ihre Arbeitsprozesse vereinfachen.

Ich finde ich bin eine gute Idee, auch wenn ich noch klein und unausgereift bin. Deshalb hab ich mich auf den Weg gemacht und bin meinen Freunden heimlich gefolgt. Die haben sich nämlich in den kreativen Köpfen ihrer Besitzer bereits heimelig eingerichtet und sind nun mit diesen auf eine kleine Reise gegangen. Ich wundere mich, dass alle an ein und dem selben Tag am selben Ort aufeinandertreffen. Ich habe die leise Hoffnung, dass ich vielleicht dort noch einen Kopf finde, in den ich mich einnisten kann. Ganz viele Menschen sind hier in einem Raum versammelt und es sieht aus wie in einer Gedankenwerkstatt. Plakate, bunte Stifte, Sammelpunkte und eine Koffeintheke sind Indizien dafür. Ganz wild schwirre ich im Raum umher doch leider ergreift mich niemand. Traurig und niedergeschlagen lasse ich mich auf dem Rand einer Tasse auf der Koffeintheke nieder. Tränen kullern über meine unsichtbare Gestalt. Ich bin verzweifelt und ratlos. Was passiert nur mit mir, wenn keiner mich findet? Ich bin eine tolle Sache, die einigen Menschen das Leben erleichtern könnte und es wäre wirklich schade, wenn ich weiterhin ungenutzt im Raum umherschwirren müsste.

Eine starke Erschütterung lässt mich vom Rand der Tasse auf deren Boden plumpsen. Verzweifelt versuche ich mich irgendwo festzuhalten, doch ich kriege in der glatten Tasse nichts zu greifen. Im nächsten Moment erwischt mich eine große Welle aus schwarzer Flüssigkeit, die mich umgehend mit sich reißt. Ich kann mir nicht erklären was da vor sich geht, aber es ist auch gar nicht mehr so wichtig. Mich findet sowieso keiner mehr, also kann ich mich auch von dieser Welle mitreisen lassen. Ich stürze hinab in einen dunklen langen Kanal. Völlig orientierungslos
wäre es mir plötzlich doch lieber wenn ich gefunden worden wäre. Ganz irritiert frage ich mich wo ich wohl gelandet sein mag und versuche das soeben erlebte zu rekonstruieren. Das schwarze Zeug hat mich in die Tasse gerissen und kurz darauf wurde ich aus der Tasse herauskatapultiert. Doch
plötzlich erstrahlt meine Umgebung in allen Farben des Regenbogens. Es ist alles so schön bunt um mich herum und an der einen oder anderen Stelle glitzert es wunderschön.

So hat man es uns immer beschrieben. So sagten sie sei es, wenn man von jemandem aufgenommen wurde. Ich hab es wohl doch noch geschafft mich in einem kreativen Kopf anzusiedeln. Das einzige was ich nun tun kann ist
abzuwarten was das kreative Köpfchen in den nächsten Wochen und Monaten wohl aus mir macht.

 

Michaela Schön